Übernachtung in einer mongolischen Jurte

  • Jurtencamp im Nationalpark Terelj bei Ulan Bator

Touristische Jurtencamps in der Mongolei

Übernachtung in einer mongolischen Jurte außerhalb von Ulan Bator gehört zu den Höhepunkten jeder Transsib-Reise. In einem Hotel, Hostel oder Appartment kann man fast überall in der Welt nächtigen. Eine Jurtenübernachtung ist dagegen etwas Besonderes, Einmaliges und Unvergessliches.

Ausstattung der Jurtencamps

Die modernen touristischen Jurtencamps, mit denen wir zusammenarbeiten, sind so eingerichtet, dass der Gast nichts mitbringen muss. Weder ein Schlafsack noch ein Handtuch müssen auf die Reise mitgenommen werden. Handtücher und Bettwäsche bekommen Sie gebührenfrei vor Ort im Jurtencamp – sie liegen in der Regel in Ihrer Jurte bereit. Warmes Wasser, Duschen und Toiletten sowie ein Restaurant sind in den Jurtencamps auch verfügbar. In der Regel befinden sie sich in einem extra dafür eingerichteten Gebäude.

Die Sanitätsanlagen sowie das Restaurant befinden sich in der Regel in demselben Gebäude, so dass man nur einmal hinlaufen muss. Der Weg von der Jurte ins Hauptgebäude ist zwar kurz, im Herbst und Winter soll aber warme Kleidung mitgenommen werden. Die Abende werden in der Mongolei recht kalt, vor allem außerhalb von Ulan Bator.

In den Jurtencamps gibt es allerdings oft kein Wasser zu trinken. Zwar gibt es zu den Mahlzeiten Kaffee und Tee, kaufen kann man dort aber in der Regel nur süße kohlensäurehaltige Getränke. Wir empfehlen daher, sich vor Ankunft oder während des Transfers in den Jurtencamp mit ausreichend Wasserflaschen zu versorgen.

Das Einchecken im Jurtencamp und Beziehen der Jurte ist in der Regel wie in einem Hotel ab 14:00 Uhr möglich. Je nach Jurtenverfügbarkeit am Anreisetag ist aber ein früheres Einchecken möglich. Auschecken muss man am nächsten Tag bis 12:00 Uhr.

Jeder Jurtencamp verfügt auch über einen Parkplatz. Dieser ist bei gutem Wetter der Treffpunkt für die Transfers zurück nach Ulan Bator oder für Besichtigungsprogramme, Reiten mit Instrukteur oder für Wanderungen mit Reisebegleitung.

Preise Jurtenübernachtungen

Nachstehend unsere Preise für Jurtenübernachtungen im Nationalpark Terelj – 65 km von Ulan Bator. Die wunderschöne Lage im Nationalpark Terelj ist ideal zum Erholen nach bzw. vor einer Transsib-Reise und ein Muss für alle, die die „richtige“ Mongolei suchen, allerdings keine Zeit für eine längere Rundreise haben.

Preise im Sommer (15. Mai – 30. September):
Jurte für 1 Person: 78 € inkl. Vollpension
Jurte für 2-3 Personen: 56 € pro Person inkl. Vollpension
Kind bis 8 Jahre: 43 € pro Übernachtung inkl. Vollpension

Preise im Winter (1. Oktober – 14. Mai) finden Sie weiter unten.

Alle Preise verstehen sich inkl. Bettwäsche und Handtücher.
Wir buchen die Jurten immer zu Ihrer Alleinbenutzung.
Achtung – wir bitten um Verständnis, dass wegen nicht existierender Adressen der Jurtencamps in der Mongolei die Buchung einer Übernachtung im Jurtencamp Terelj nur bei Buchung der Transfers hin und zurück möglich ist:

Transfer von Ulan Bator in den Jurtencamp (Nationalpark Terelj) und zurück:

69 € pro Strecke bei 1 Person
39 € pro Person und Strecke bei 2-3 Personen
29 € pro Person und Strecke ab 4 Personen
25 € pro Person und Strecke ab 6 Personen

Es gibt darüberhinaus die Möglichkeit, den Transfer in den Jurtencamp mit einem Besichtigungsprogramm zu verbinden. In diesem Fall fährt mit Ihnen auch die deutschsprachige Reiseleitung mit. Der Transfer von Ulan Bator in den Jurtencamp und zurück inkl. Stadtbesichtigung Ulan Bator inkl. Gandan-Kloster und Suche-Bator-Platz, Dsaisan-Gedenkstätte (Zaisan Hill), Park Terelj, Schildkrötenfelsen (Turtle Rock) und Besuch bei einer Nomadenfamilie kostet:

250 € bei 1 Person
152 € pro Person bei 2 Personen
130 € pro Person bei 3 Personen
99 € pro Person bei 4 Personen
95 € pro Person bei 5-6 Personen

Alle Preise inkl. Eintrittskarten in den Nationalpark Terelj.

Alle Preise für Besichtigungsprogramme verstehen sich inkl. Transport, Eintrittskarten und deutschsprachiger Reiseleitung. Sie werden vom Bahnhof oder von Ihrer Unterkunft abgeholt.

Alle Transfers finden nur mit dem Fahrer (ohne Reiseleitung) statt. Ein bei uns gebuchter Transfer bedeutet, dass Sie von einem Mitarbeiter des örtlichen Partnerbüros abgeholt und in den vorgesehenen Ort gebracht werden. Der Fahrer wartet auf Sie mit einem Schild EYAND TRAVEL auch bei Ver­spätung Ihres Zuges. Die meisten Fahrer sprechen kein Deutsch und nur sehr wenig Eng­lisch.

Übernachtung in einer Jurte im Winter

Übernachtung in einer mongolischen Jurte ist auch im Winter möglich! Nicht alle Jurtencamps haben jedoch im Winter geöffnet. Die meisten von Ulan Bator weit entfernten Jurtencamps schließen Anfang Oktober und öffnen erst Mitte Mai. In dieser Zeit ist aber eine Jurtenübernachtung 65 km von Ulan Bator – im Nationalpark Terelj möglich.

Die Jurten sind im Winter gut geheizt, so dass es innen recht gemütlich ist. Die weiße Szenerie draußen und die innere Wärme machen aus der Übernachtung ein richtiges Highlight. Warme Kleidung ist allerdings beim Rausgehen aus der Jurte nicht nur im Winter, sondern auch an Sommerabenden zu empfehlen.

Da die Jurtencamps im Winter nicht so gut frequentiert werden, sind die Übernachtungspreise höher als in der Hauptsaison:

Preise im Winter (1. Oktober – 14. Mai):

Jurte für 1 Person: 90 € inkl. Vollpension
Jurte für 2-3 Personen: 68 € pro Person inkl. Vollpension
Kind bis 8 Jahre: 55 € pro Übernachtung inkl. Vollpension

Was ist eine Jurte?

Eine Jurte ist das traditionelle zerlegbare, beheizbare und leicht zu transportierende Rundzelt der Nomaden in Zentralasien. Das Wort „Yurt“ stammt aus dem Türkischen und bedeutet „Heim“. In der Mongolei benutzt man dafür das Wort „Ger“.

Die Jurten bestehen aus einem runden Holzgerüst, das mit Baumwolle und Wollfilz abgedeckt wird, wobei die Abdeckung aus mehreren Schichten besteht. So werden im Winter mindestens drei Lagen Filz aufgelegt. Die Jurte ist deshalb im Winter teils wärmer als ein Haus. Sie ist aber so gebaut, dass sie in einer knappen Stunde demontiert oder eingerichtet werden kann. Nach dem Auseinanderbauen ist die zerlegte Jurte so klein verpackt, dass sie in der Regel auf nur zwei Kamelen transportiert werden kann.

Die mongolischen Nomaden

Ein großer Teil der Bevölkerung in der Mongolei lebt immer noch nomadisch. Das bedeutet, die Nomaden haben keinen festen Wohnsitz, sondern ziehen mit ihren Herden etwa drei- bis zehnmal im Jahr umher und bauen deshalb ihre Jurten ständig ab und auf. In den Wüstengebieten beträgt die Umzugsrate sogar bis zu zwanzigmal, da man ständig neu nach Nahrung für das Vieh suchen muss. Die Nomaden leben direkt von den Erzeugnissen ihrer Tiere: Kühen, Yaks, Kamelen, Schafen, Ziegen und Pferden.

Jurten sind in der Mongolei immer noch sehr wichtig. Nicht nur die Nomaden außerhalb von Ulan Bator, sondern auch in den Städten leben die Mongolen für einen Teil des Jahres oder ganzjährig in einer Jurte.

Ausstattung der Jurte

Mongolische Jurten werden mit Möbeln aus Holz eingerichtet. Folgende Gegenstände gehören außerdem zu der Ausstattung jeder Jurte in der Mongolei: Eisenofen zum Kochen mit Abzugsrohr, ein niedriger Tisch zum Essen, Sitzhocker für die Gäste, Betten zum Schlafen und Sitzen, Holzkisten und Vorratstruhen für persönliche Gegenstände, ein Regal für Küchengeräte und Nahrungsmittel sowie ein Wasserkessel. Außerdem befindet sich ganz hinten immer ein Regal mit Altar und Budda-Bild/Statue.

Der Eingang der Jurte ist stets Richtung Süden ausgerichtet. So können sich Reisende nach der Himmelsrichtung gut orientieren. Im Westen ist die männliche Seite des Zeltes, hier nehmen nur Männer Platz. Waffen und andere männliche Gebrauchsgegenstände werden ebenfalls nur hier aufbewahrt. Im Osten ist dagegen die weibliche Seite. Hier nehmen Frauen Platz, auch weibliche Gebrauchsgegenstände, wie Küchengeräte oder Kinderbetten befinden sich hier. Jugendliche halten sich in der Nähe der weiblichen Seite auf. Die Ausrichtung zwischen Osten und Westen scheint aber inzwischen an Bedeutung verloren zu haben. Heute sind viele Jurten spiegelverkehrt eingerichtet.

Der kleine, runde Sonnenstrahl, der durch die Rauchöffnung in die Jurte fällt, bewegt sich im Uhrzeigersinn. An ihm kann man die Uhrzeit ablesen. Auch die Bewohner der Jurte bewegen sich nur im Uhrzeigersinn durch die Jurte, um das Gleichgewicht nicht zu stören (die Schamanen richten sich übrigens bei ihren Bewegungen während eines Rituals auch immer nach der Uhrzeigerrichtung).

Die kuppelförmige Decke symbolisiert den Himmel. Die Stelle hinter der Feuerstelle wird Hoimor genannt. Dies ist die Nordseite („hinten“). Hier steht ein Tisch, auf dem das Totem (mong. Ongon) aufgestellt wird und wo Opfergaben für die Geister abgelegt werden. Der Sitzplatz daneben gilt als der bedeutendste Sitzplatz im Zelt. Hier nehmen Stammesälteste, Schamanen und andere ehrwürdige Gäste Platz.

In der Mitte der Jurte befindet sich die Feuerstelle. Dies ist der Platz von Golomt, der Tochter Tenger. Man muss ihr Respekt erweisen. Die Jurte ist das Zentrum im Kosmos, und Gal Golomt, die Feuerstelle Golomtos, ist das Zentrum des Mikrokosmos. Die von der Feuerstelle aufsteigende Rauchsäule symbolisiert den Weltenbaum, die Rauchöffnung an der Decke den Eingang ins himmlische Reich. Die Traumreise der Schamanen beginnt meist durch diese Rauchöffnung. Entweder erklimmt der Schamane den Weltenbaum oder er fliegt in Gestalt eines Vogels aus dieser Rauchöffnung.

Mit der Zeit ist auch das Nomadenleben modern geworden: Ein Fernseher darf inzwischen in keiner mongolischen Jurte mitten in der Steppe fehlen – eigene Satellitenschüssel gehört deshalb zur Grundausstattung. Ein Solarkollektor versorgt sie mit Strom. Mobilfunk gibt es allerdings nur rund um die Städte, und das Pferd ist noch das häufigste Fortbewegungsmittel.

Etikette in der Jurte

Jedem Familienmitglied wird in der Jurte ein bestimmter Platz zugewiesen, der seinem sozialen Rang entspricht. Wenn Sie von Nomaden auf einen Tee eingeladen werden, gibt es dementsprechend auch einige Regeln, die Sie als Besucher beachten sollten, um nicht unhöflich zu sein und Ihren Platz im Sozialgefüge zu finden.

Geht man auf eine Jurte zu, ist es üblich, „Haltet den Hund!“ zu rufen, da die Jurten gut vor Feinden bewacht werden. Generell soll man sich der Jurte von Süden nähern, sodass die Nomaden die Besucher noch vom Weiten sehen können. Eintreten soll man definitiv mit dem rechten Fuß, ohne dabei die Türschwelle zu berühren. Nach dem Eintreten ist zu langes Stehenbleiben unangemessen. Man soll sich nach Ankunft bald hinsetzen.

Schulbesuch der Nomaden

Da viele mongolische Familien als Nomaden leben, werden die Kinder sehr oft als Hilfskräfte eingesetzt. Sie haben also keine Zeit, zur Schule zu gehen. Es gibt aber Nomadenfamilien, die ihre Kinder zu Verwandten in die Städte schicken, damit sie dort regelmäßig in die Schule gehen können.

Für die armen Familien ist der Schulbesuch der Kinder aber ein großes finanzielles Problem. Der Staat finanziert nur die ersten vier Klassen. Es müssen außerdem Bücher, Schulkleidung und Hefte sowie die Verpflegung bei Verwandten bezahlt werden. Es gibt zum Glück Lehrer, die die Familien in der mongolischen Steppe und Wüste besuchen. Sie bringen den Kindern aber nur das Wichtigste bei. Deshalb sind das Radio und der Fernseher beliebte „Bildungswege“ bei den Nomaden und dürfen in keiner Jurte fehlen.

 

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