Alte Baikalbahn – die Krugobaikalka

  • Einige Ausflüge mit der Alten Baikalbahn werden mit einer Dampflok durchgeführt

Die Transsibirische Eisenbahn fährt heute nicht mehr entlang der alten Bahnstrecke am Ufer des Baikalsees. Der kurze und schöne Abschnitt zwischen Sludianka und Port Baikal (knappe 90 km) kann jedoch während eines Ganztagesausflugs mit der Alten Baikalbahn (Krugobaikalka) bewundert werden. Durch die sehenswerten Tunnels fährt seit einigen Jahren ein Touristenzug!

Tagesausflug mit der Alten Baikalbahn

Der Ausflug dauert den ganzen Tag – von ca. 08.00 früh bis in die späten Abendstunden und ist auf jeden Fall zu empfehlen. Versuchen Sie deshalb möglichst Ihren Reiseverlauf am Baikalsee an den Fahrplan der Krugobaikalka anzupassen. Das lohnt sich!

Während des Ausflugs sind zahlreiche Stopps in den interessantesten Orten vorgesehen. Es bietet sich oft Gelegenheit, zu picknicken und tolle Fotos der alten Brücken, Tunnels und der wunderschönen Landschaften am Baikalsee zu machen. Als Ingenieurbauwerk ist die Baikalbahn in Russland einzigartig und nimmt als solches einen der ersten Plätze weltweit ein. Die Tunnel und Steingalerien wurden nach atypischen Entwürfen gebaut und der ursprüngliche Plan der Architekten und Ingenieure des frühen 20. Jahrhunderts blieb erhalten. An Stelle des einen Gleises, das schon längst abgebaut wurde, gibt es jetzt einen Pfad. Fast überall kann man zum Ufer hinabsteigen und baden. Bei gutem Wetter sieht man auf der anderen Seite des Baikalsees das majestätische Chamar-Daban Gebirge. So hat man die Möglichkeit, das Meisterwerk der Bauingenieure zu bewundern und sich zugleich am Ufer des Baikalsees zu erholen.

Der gesamte Ausflug startet zwar und endet in Irkutsk, das eigentliche touristische Programm mit zahlreichen Zwischenstopps ist aber zwischen Sljudjanka und Port Baikal auf etwa 100 km vorgesehen. Von Irkutsk nach Sljudjanka fährt der Zug einfach durch. Zwischen Port Baikal und Listwianka steigt man dagegen auf eine Fähre um (rus. Teplochod) und zwischen Listwianka und Irkutsk fährt ein Linienbus.

In dem Touristenzug ist eine russischsprachige Reiseleitung dabei, es werden auch alte Fotos und Dias gezeigt. Es wird zwar alles in der russischen Sprache erklärt, man erlebt aber trotzdem alles mit!

Fahrplan der Alten Baikalbahn

Die regulären Ausflüge starten Mitte Mai und enden Ende September oder Anfang Oktober. Es gibt aber auch Ausflüge außerhalb der Sommersaison. So kann man auch im März einen Ausflug mit der Alten Baikalbahn unternehmen. Im Winter ist es nur leider möglich, dass dieser wegen unzureichender Teilnehmerzahl abgesagt wird. Eine Information über die Absage liegt in der Regel ca. 30 Tage vor der Abfahrt vor. Im Sommer sind Ausfälle dagegen äußerst selten.

Der Ausflug ist im Sommer 6x in der Woche möglich, allerdings findet er abwechselnd in zwei Richtungen statt:

->> Mo, Mi, Sa: Reiseroute Irkutsk – Sljudjanka – Port Baikal – Listwianka – Irkutsk
->> Di, Do, So: Reiseroute Irkutsk – Listwianka – Port Baikal – Sljudjanka – Irkutsk

Möchte man daher den Ausflug als einen Transfer von Irkutsk nach Listwianka nutzen und anschließend in Listwianka bleiben, besteht diese Möglichkeit nur an den o.g. drei Tagen in der Woche. Sollen die Tage nicht passen, kann man aber die Transferkosten an drei anderen Tagen in die andere Richtung sparen und den Ausflug erst in Listwianka beginnen, um mit der Alten Baikalbahn nach Irkutsk zu gelangen.

Alte Baikalbahn – Preise

Buchen Sie Tickets für den Tagesausflug mit der berühmten Krugobaikalka bei uns zu folgenden Konditionen:

  • Fahrkarte 1. Kl. ohne Verpflegung: 110 € pro Person
  • Fahrkarte 2. Kl. ohne Verpflegung: 105 € pro Person
  • Fahrkarte 3. Kl. ohne Verpflegung: 99 € pro Person

3. Klasse = Wagon mit Sitzplätzen ohne Tische, die Wagons sehen ähnlich wie in den russischen Elektritschkas aus.

2. Klasse = Wagon mit Sitzplätzen in eine Fahrtrichtung, jeder Sitz hat einen kleinen aufklappbaren Tisch, wie im Flugzeug.

1. Klasse = Wagon mit Sitzplätzen in beide Fahrtrichtungen, jeweils 4 Sitze teilen einen größeren Tisch.

Achtung – an einigen Tagen, auch im Sommer, finden die Ausflüge mit einer Dampflok und einem Zug statt, der ausschließlich über Wagons der 1. Klasse verfügt.

Geschichte der Alten Baikalbahn

“Krugobaikalka” war der Name, der während des Baus (1899-1905) und der ersten Betriebsjahre des 260 km langen Abschnitts zwischen Port Baikal und Mysovaya (heute Babuschkin) der Transbaikalbahn verwendet wurde. Seit 1956 gilt der kürzere Abschnitt von Port Baikal bis Sljudjanka (89 km) als “Krugobaikalka” und ist nicht mehr ein Teil der Linienbahn Moskau – Wladiwostok.

Noch bis 1949 fuhr die Transsibirische Eisenbahn durch die gesamte Transbaikalbahn (Krugobaikalka). Nach der Inbetriebnahme des Sicherungsabschnitts durch das Olchinski-Plateau im Jahr 1949 verlor der Abschnitt Irkutsk – Port Baikal – Sljudjanka ihre frühere Bedeutung. Die Schienen zwischen Irkutsk und Port Baikal, die am linken Ufer der Angara vorbeiführten, wurden 1958 nach dem Bau des Wasserkraftwerks Irkutsk zerlegt und vollständig mit dem Wasser des Irkutsker Stausees überflutet. So wurde der Abschnitt Port Baikal – Sljudjanka zu einer Sackgasse.

Heute ist nur der Abschnitt Sljudjanka – Mysowaja (heute Babuschkin) immer noch ein Teil der Transsibirischen Eisenbahn. Der nicht mehr notwendige Abschnitt bis Port Baikal wurde dagegen für Touristenausflüge zur Verfügung gestellt, es fährt auch eine Linienbahn, die die Dörfer entlang des Baikalufers verbindet. Dieser am Ufer des Baikalsees und am Fuße des Olchinski-Plateaus verlaufende Abschnitt ist übrigens ein einzigartiges Denkmal der Ingenieurkunst.

Die Baupläne für die Baikalbahn

Der östliche Abschnitt der Baikalbahn von Mysowaja bis Kultuk, der am flachen und sanften Südufer des Baikalsees entlangführte, bereitete den Bauingeniuren keine Probleme. Die größte Schwierigkeit war, Irkutsk mit Kultuk zu verbinden. Es wurden dafür ein paar Optionen erwägt, studiert und ausgearbeitet. Das Komitee für den Bau der Sibirischen Eisenbahn wählte schließlich 1899 eine der Optionen aus: die Schienen sollen von Irkutsk über den Zyrkuzun-Kamm und entlang des Baikalsees führen.

In den zwei folgenden Jahren wurden entlang dieser Route zahlreiche Untersuchungen und Messungen durchgeführt. Obwohl es sich bei der Küste um einen felsigen Kamm mit steilen Hängen handelt, der 270 bis 400 Meter über das Wasserrand ragt, bestätigten die Berechnungen die Wirtschaftlichkeit dieses Projekts, so dass 1901 die endgültige Entscheidung über den Bau getroffen wurde.

Schon damals gab es übrigens Pläne, die südliche Bahnlinie mit Sewerobaikalsk im Norden des Baikalsees zu verbinden, also für die BAM.

Der Schwierigste Abschnitt von Sljudjanka nach Port Baikal

Die Schienen zwischen Irkutsk und Port Baikal wurden bis Ende 1900 verlegt und nahmen lediglich 6,5% des gesamten für die Baikalbahn geplanten Budgets ein. Der Rest war für die Strecke von Port Baikal bis nach Kultuk notwendig.

Der Bau des schwierigsten Abschnitts von Sljudjanka nach Port Baikal begann erst im Frühjahr 1902 und endete im August 1905. Es wurden insgesamt 38 Tunnel mit einer Gesamtlänge von 9063 m erbaut (der längste davon ist 777 m lang), außerdem 15 Steingalerien mit einer Gesamtlänge von 295 m und 3 Stahlbetongalerien mit Öffnungen, 248 Brücken und Viadukten sowie 268 Stützmauern. Im Zusammenhang mit dem möglichen negativen Einfluß des Seewassers wurde die Mindesthöhe des Eisenbahnbettes über dem Baikalwasserrand 5,33 m berechnet. Die technische Kapazität wurde auf 14 Zugpaare pro Tag berechnet.

Da eine Küstenterrasse fehlte, wurden alle Baumaterialien (mit Ausnahme der vor Ort abgebauten Steine) auf dem Wasserweg auf die Baustelle geliefert. Im Sommer wurden sie auf Lastkähnen und im Winter – von Pferden auf Eis gezogen. Die Arbeiten wurden durch heiße Sommer, vor allem aber durch strenge Winter erschwert. Pro Kilometer wurde durchschnittlich etwa ein Sprengstoffwagen benötigt. Aufgrund des komplexen Geländes war es notwendig, den minimalen Radius der Kurven in den Ecken zu reduzieren.

Viele polnische und albanische Bauingenieure waren an dem Bau beteiligt. Besonders groß war jedoch der Beitrag italienischer Spezialisten. Es wurden aber auch Gefangene aus dem Zwangsarbeitsgefängnis des Alexandrow-Gefängnisses beschäftigt.

Aufgrund des Ausbruchs des russisch-japanischen Krieges 1904-1905 wurden die Bauarbeiten beschleunigt. So arbeiteten bei dem Bau bis 1902 zunächst etwa 9.000 Arbeiter und zwischen 1903 und 1904 13.500 Menschen. Die Hauptkräfte wurden in die Inbetriebnahme der Eisenbahnstrecke eingesetzt, so dass keine Arbeiten zur Entwicklung von Bahnhöfen und Städten entlang der Strecke durchgeführt wurden.

Ein Kilometer der Baikalbahn kostete die russische Bahn insgesamt etwa ein Drittel mehr als ein durchschnittlicher Kilometer der übrigen Abschnitte der Transsibirischen Eisenbahn.

Der weitere Ausbau

In den Jahren 1911-1914 wurde am Bau von zweiten Gleisen gearbeitet, wodurch die Kapazität der Baikalbahn auf 48 Zugpaare pro Tag erhöht werden konnte.

Statt Naturstein wurde jetzt Stahlbeton eingesetzt. Große Aufmerksamkeit wurde auch dem Bau von Bahnhöfen und Bahnhofsdörfern gewidmet. Insgesamt entstanden zwischen Port Baikal und Sljudjanka zehn Bahnhöfe. Es wurden auch Maßnahmen ergriffen, um die Verkehrssicherheit zu verbessern.

In den 1930er und 1950er Jahren entwickelten sich aktiv Siedlungen entlang der Baikalbahnlinie, neue Wohngebäude, Kasernen für Militärpersonal, Kraftwerke usw. wurden gebaut.

Niedergang der Alten Baikalbahn

Das Entwicklungsteam kam in den 1950er Jahren zu einem unerwarteten Ergebnis: Aufgrund der enormen Kosten wurde vorgeschlagen, keine Arbeiten mehr entlang des Baikalsees durchzuführen. Im Gegenzug wurde vorgeschlagen, die damals einspurige Bahlinie von Irkutsk nach Sljudjanka über das Olchinski-Plateau in eine zweigleisige elektrifizierte Bahnlinie umzuwandeln. Dieser neue Abschnitt soll auch die Fahrtdauer erheblich reduzieren.

1950 begann auch der Bau des Wasserkraftwerks Irkutsk. In diesem Zusammenhang wurde 1956 der Teil der Baikalbahn von Irkutsk nach Port Baikal, der entlang der Angara verlief, abgerissen und im selben Jahr beim Auffüllen des Irkutsker Stausees überflutet. Nur die Überreste des Damms am Angara-Ufer in der Nähe von Port Baikal sind erhalten geblieben. Infolgedessen wurde der Abschnitt von Port Baikal nach Sljudjanka zu einer Sackgasse und hat ihre strategische Bedeutung verloren. Die Anzahl der Zugpaare ist seitdem stark zurückgegangen. Wegen Nutzlosigkeit wurde eine Spur abgebaut.

In den frühen 1980er Jahren begannen sich die Dörfer entlang der Bahnlinie allmählich zu leeren, die Menschen verließen ihre Häuser. Das einzige Kommunikationsmittel mit dem „großen Land“ war für die Bewohner dieser Orte eine selten fahrende Dampflokomotive und später eine Diesellokomotive mit Personen- und Güterwagen. Nur der Hafen von Port Baikal war mit dem Dorf Listwianka am gegenüberliegenden Ufer der Angara mit der Fähre verbunden.

Aktueller Stand

Derzeit wird mit dem Begriff Baikalbahn gewöhnlich die 89 km lange Bahnstrecke von Sljudjanka zum Port Baikal bezeichnet. Auf der Bahnlinie gibt es jetzt vier Stationen (Kultuk, Marituj, Ulanovo und Port Baikal).

In den 1980er bis 1990er Jahren wurde eine Rekonstruktion der Bahnlinie durchgeführt, eine Reihe von Maßnahmen zur Stärkung der Bauwerke wurde ergriffen und es wurden neue Schienen über die gesamte Länge verlegt.

Seit Beginn des 21. Jahrhunderts fährt regelmäßig viermal pro Woche ein Linienzug mit zwei Wagen hin und zurück. Die Fahrzeit von Sljudjanka nach Port Baikal beträgt 4 Stunden und 40 Minuten. Dieser Zug wird von den Dorfbewohnern als Transport für die Grundversorgung benutzt. In regelmäßigen Abständen verkehren auch touristische Züge, einschließlich solcher mit Dampfloks und Wagons im Retro-Stil.

Ende 1982 wurde der Abschnitt der Baikalbahn zwischen Kultuk und Port Baikal auf Beschluss des Regionalrats von Irkutsk zum Architektur- und Landschaftsschutzgebiet erklärt und unter staatlichen Schutz gestellt.

2005 wurde eine Reihe von Veranstaltungen abgehalten, um den 100. Jahrestag der Baikalbahn zu feiern. Der Bahnhof Port Baikal wurde für diese Veranstaltung umgebaut, eine Museumsausstellung für die Baikalbahn wurde eröffnet und der Bahnhofskomplex in Sljudjanka wurde rekonstruiert.

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